Samstag, 8. März 2014

[Rezension #12] Milchgeld von Volker Klüpfel und Michael Kobr

Kurzinformationen

Titel: Milchgeld
Autor: Volker Klüpfel & Michael Kobr
Seiten: 310 Seiten
Preis: 8,95€
Verlag: Piper
ISBN: 9783492242165




Klappentext

Ein Mord in Kommissar Kluftingers beschaulichem Allgäuer Heimatort Altusried – jäh verdirbt diese Nachricht sein gemütliches Kässpatzen-Essen: Ein Lebensmittel-Chemiker des örtlichen Milchwerks ist stranguliert worden. Mit eigenwilligen Ermittlungsmethoden riskiert der liebenswert-kantige Kommissar einen Blick hinter die Fassade der Allgäuer Postkartenidylle – und entdeckt einen scheinbar vergessenen Verrat, dunkle Machenschaften und einen handfesten Skandal.


Meine Meinung

Wer regionale Kriminalromane liebt, greift bei Milchgeld genau richtig. Jedenfalls ist das meine bescheidene Meinung. Ich finde, man kann ausdrücklich sagen, dass dieser Roman nicht nur etwas für Leser ist, die auch aus dem Allgäu stammen, denn der Kommissar Kluftinger sollte dem restlichen deutschsprachigen Raum auf gar keinen Fall verborgen bleiben.
Ich würde diesen Roman gerne mit einem guten Tatort vergleichen, denke aber gleichzeitig, dass der Roman noch vieles mehr ist. In meinen Augen zeigt er vieles, was man sich unter normaler Polizeiarbeit niemals vorstellen würde, was aber vermutlich doch einfach so ist.
Kluftinger, der Leiter der Kriminalpolizei und bereits in der zweiten Generation Polizist, kann keine Leichen sehen und hat überhaupt erst zum zweiten Mal in seinem Leben eine gesehen, als der Roman seinen Auftakt nimmt. Er ist ein Freund von Essen und ermittelt auf seine ganze eigene Art. Manchmal fragt man sich vielleicht auch als Leser, ob das überhaupt zum Erfolg führen kann, da er sich scheinbar auch von Zeugen oder Angehörigen soweit einschüchtern lässt, dass er Befragungen abbricht – aus vermeintlicher Rücksicht vielleicht.
In meinen Augen ist Kommissar Kluftinger neben seinen ebenfalls eher seltsamen Mitarbeitern wirklich sehr sympathisch. Man kann seine Probleme nachvollziehen, da sie wirklich alltäglich sind. Seine Frau, die sich darüber beschwert, dass er so selten Zeit für sie hat. Die große Trommel, die sich leider nicht von selbst aus dem Kofferraum seines Passats räumt und sein kulinarisch versierter Nachbar, Dr. Langhammer – alles Probleme, die nicht aus der Luft gegriffen sind, sondern jedem genauso passieren könnten und vielleicht schon passiert sind.

Auch hat man als Leser immer wieder die Befürchtung, dass Kluftinger geradewegs in sein eigenes Verderben rennt, da er neben einer regelrechten Abneigung gegen Leichen auch eine gegenüber seiner Waffe hat und diese meist gut verschlossen in seinem Büro oder in seinem Auto liegt.
Was mir neben der Figur Kluftinger sehr gut gefallen hat ist die Regionalität des Romans. Dass der Roman teilweise in der Allgäuer Mundart verfasst ist, lässt den Leser zwar etwas langsamer lesen und die Sätze vielleicht immer wieder in verschiedenen Arten wiederholen, aber im Endeffekt kann man es doch alles verstehen und es passt sich sehr gut in das Gesamtkonzept des Romans ein.
Da ich wirklich schlichtweg begeistert von diesem war, gibt es auch ganze 5 Herzen.


Kommentare:

  1. Da muss ich Dir zustimmen, für Fans von Regional-Krimis führt eigentlich kein Weg an "Milchgeld" vorbei. Mich hatte das Buch ehr mittelmäßg begeistert, weil es für meinen Geschmack schon etwas zu urig war. Aber irgendwie hat der Kluftinger schon was und das Buch hat einen gut unterhalten!! ^^

    LG, WortGestalt

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    1. Ich würde es jetzt auch nicht unbedingt als spannend bezeichnen aber ich find's toll wie der Kluftinger dargestellt wird. Gar nicht so, wie Polizisten und Kommissare sonst in Büchern auftreten .. und diese private Seite mit dem Arzt gefällt mir auch total gut

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