Dienstag, 4. Februar 2014

[Rezension #8] Soloalbum von Benjamin v. Stuckrad-Barre

Kurzinformationen

Titel: Soloalbum
Autor: Benjamin v. Stuckrad-Barre
Seiten: 245 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 9783462027693





Klappentext

»Mit großen Augen betrachtet Stuckrad-Barre die Welt in genau der Oberflächlichkeit, in der sie sich präsentiert – und malt auf diese Weise ein umso schärferes Bild von Mode und Verzweiflung in den späten 90ern.« Stern


Meine Meinung

Mit Soloalbum hat Benjamin v. Stuckrad Barre eine Figur geschaffen, in deren Seelenleben sich der Leser die meiste Zeit über bewegt. Aus dieser Perspektive wirkt die Handlungsweise des Protagonisten durchaus plausibel und realistisch, wohingegen man sein klammerndes Verhalten, die Tatsache, dass er seine Ex-Freundin Katharina andauernd anruft oder einfach ständig an die denken muss, objektiv betrachtet schon ein bisschen als eine Art Stalkertum bezeichnen könnte.
Neben dieser Hauptthematik beschäftigt der Roman sich allerdings auch sehr stark mit der Musik der 90er Jahre, besonders dem Britpop – also Bands wie Oasis und andere Bands, die zu dieser Zeit aus England herüberschwappten. Ich möchte nicht behaupten, dass jeder Kapitelname ein Oasis-Song ist, weil ich soviele einfach nicht kenne, aber „Don't look back in anger“ oder „Slide away“ sind tatsächlich welche.

Außerdem, fällt mir dabei ein, pisse ich, seit sie weg ist, immer ins Waschbecken, das habe ich früher nicht gemacht.“ (S. 82)

Tatsächlich muss man sagen, dass „Soloalbum“ kein sonderlich spannender Roman ist, allerdings bin ich persönlich gerne mit dem namenlosen, männlichen Protagonisten auf die Reise gegangen, sein Leben zu verändern. Stuckrad-Barre zeichnet ein wunderbar realistisches Bild der Gesellschaft – von Liebeskummer, von Aufbruch und Stillstand.
Die Sprache und auch die Handlung ist vielleicht nicht an allen Stellen schön, im Sinne von elegant, aber das verdeutlicht noch viel besser, wie sehr dieser Roman doch wirklich an der Realität ist. Stuckrad-Barre schreckt beispielsweise auch nicht davor zurück, seinen Protagonisten nächtelang unter dem Einfluss von Kokain stehen zu lassen.
Meiner Meinung nach ist „Soloalbum“ durchaus ein tolles Buch für jemanden, der auch Autoren wie Sven Regener oder Rocko Schamoni mit ihren Romanen „Herr Lehmann“ oder „Dorfpunks“ gerne einmal zur Hand nimmt.

Der zugehörige Film zum Buch konnte mich leider bis zur Hälfte nicht so sehr überzeugen, da auf mich alles sehr anders wirkt, als ich es mir im Buch vorgestellt habe. Zusätzlich bekommt der Protagonist plötzlich einen Namen – Ben. Ich persönlich würde also immer die schriftliche Version von „Soloalbum“ vorziehen und auch gerne noch ein paar andere Bücher des Autoren lesen.

So ist es in der Musik, so ist es in der Liebe. Und ich komme nicht los von Katharina, einfach nur, weil sie meine bisher erfolgreichste Platte war, am längsten in den Charts, im Herzen und auf Tour.“ (S. 202)

Von mir bekommt das Buch, aufgrund seiner gut ausgearbeiteten Thematik und der gesellschaftlichen Bezüge und auch trotz der vielleicht mangelnden Spannung volle vier Herzen und auch dem Film werde ich wohl noch einmal eine zweite Chance geben und ihn mir zumindest bis zum Ende ansehen. 

 

Kommentare:

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